In Bern bei Renzo, Paul und im Lehrerzimmer

Beim Blick von Berner Münster wird die Zeilenstruktur der Innenstadt deutlich

Bern ist kein Geheimtipp – spätestens seit die Altstadt 1983 in die Liste der UNESCO-Weltkulturerbestätten aufgenommen wurde, ist die Besonderheit der Innenstadt offiziell. Der Stadtkern mit seinen linienförmigen, parallel verlaufenden Gassen und beidseitigen Laubengängen, das Münster in der Mitte und die Türme an den Rändern zeugen von der mittelalterlichen Struktur. Nach einem Großbrand im Jahr 1405 bestand in Bern die Verpflichtung, die Gebäude einheitlich aus Berner Sandstein zu errichten. Viele davon sind bis heute erhalten und verleihen der Innenstadt ein harmonisches Gesamtbild in einem ungewöhnlich zarten Grünton aus Stein.

Aber Bern ist mehr.

Der Altstadtkern wird fast vollständig von der Aare umschlossen – wie in einer Bucht liegt er eingebettet in den Bogen des Flussbettes. Hebt man den Blick, zeigt sich rundum das beeindruckende Panorama der Berge.

Wer schnell und erfrischt von einem Stadtteil in den nächsten möchte, packt seine Sachen in die „Aarebag“ – einen wasserdichten Sack, der im Wasser wie eine Mischung aus Boje und Schwimmhilfe aussieht – und lässt sich treiben. Vorbei an den Menschen auf den Brücken und am Ufer, im klaren, kühlen Flusswasser, das sich von einem hellen Türkis zu einem dunklen Blau verfärbt.

Bern von unten, von oben und mittendrin 

Von unten

  • in der Aare schwimmen

  • bei einem Spaziergang um das Zentrum Paul Klee in einer der Hängematten entspannen, die zwischen den Birken gespannt sind – und den Blick nach oben in die Baumkronen richten

Von oben

  • auf den Turm des Berner Münsters steigen und von dort die mittelalterliche Stadtstruktur mit ihren parallel verlaufenden Gassen verstehen

  • im Rosengarten mit fantastischem Blick auf die Altstadt den Tag ausklingen lassen

  • von einer der Brücken oder vom Flussufer den Farbverlauf der Aare bestaunen

Mittendrin

  • Musik hören im PROGR, einem ehemaligen Gymnasium im Stadtzentrum, das heute Kulturzentrum und Begegnungsort mit Biergarten ist. Einen Apéro im Biergarten, im „Lehrerzimmer“ oder in der Turnhalle einnehmen. Schon der pilzförmige Pavillon im Innenhof mit seinem aus Stein gehauenen Dach ist einen Blick wert

  • das Zentrum Paul Klee besuchen: ein Gebäude von Renzo Piano, das sich mit drei großen Wellen aus Stahlbögen aus dem Gelände erhebt. Vor Ort zeigt sich, wie stimmig sich das Gebäude in die Landschaft einbettet und auch im Innenraum beeindruckt

  • sich im Zentrum Paul Klee an einem kleinen Beispiel für visuelle Kommunikation erfreuen: Farbige Kopfhörer zeigen, in welcher Sprache die Besucher einen Film sehen. Von außen ist auf einen Blick erkennbar, wer welche Sprache hört – ganz ohne Worte

  • Schach spielen auf einem der zahlreichen, über die Stadt verteilten „Schachbretter“ aus Straßenpflastersteinen oder einfach aufgemalt. Die Figuren, die bis etwa Bauchnabelhöhe gehen, liegen in seitlich platzierten Kisten und Regalen bereit. Das eigene Schachspiel zu durchlaufen, verändert den Blick auf das Spiel und die eigene Größe

  • ein Buch in einem öffentlichen Bücherregal tauschen

Und am letzten Abend: Pizza bei “da Nino” am Eigerplatz holen, in den Park setzen und genießen.

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“Nur Liebesbriefe, büdde!”